IEEM gGmbH - Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke
 

PUrA - Peri-Urbane Abwasserverwertung in Kasachstan



Projekttitel: Machbarkeitsstudie mit einer Nutzerorientierten Bedarfs- und Marktanalyse zur kombinierten Regenwasserspeicherung, Brauchwasserproduktion und Energiegewinnung aus Abwasser u.a. für die landwirtschaftliche Bewässerung in städtischen Außengebieten unter Einsatz von Mehrzweckanlagen in Einfachbauweise mit komplexer Steuerung "4.0" für wasserarme Schwellen- und Entwicklungsländer am Beispiel von Kasachstan
Projektleiter: Prof. Dr. mult Karl-Ulrich Rudolph (IEEM gGmbH)
Projektpartner: Deutschland: HST Systemtechnik GmbH & Co. KG;
Kasachstan: HST Eurasia, Karaganda, Kasachische Filiale von HST Systemtechnik GmbH & Co. KG; Kristall-Taraz Wassertechnik; Zhambyl Wasserbetriebe; Saken Seifullin Kazakh Agrotechnical University, KASATU, Astana; Kazakh Scientific Research Institute of Water Economy, SRIWE, Taraz.
Förderer: BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) - PTKA-WTE
Kennzeichen: 01DK17008
Projektlaufzeit: 01. Juli 2017 - 30. Juni 2018


Ausgangssituation: Das semi-aride bis aride Kasachstan gehört zu den Regionen weltweit, in denen bei fortschreitendem Bevölkerungszuwachs, zunehmender Gewässerverschmutzung und zusätzlichen Wasserproblemen durch den Klimawandel mit politischer Instabilität zu rechnen ist. Bereits heute gibt es in Trockenzeiten erheblichen Wassermangel und umgekehrt urbane Sturzfluten durch Starkregen. Mit dem "Green-Bridge-Partnership-Programme 2013" hat Kasachstan die Zusammenarbeit mit Europa eingeleitet. Der wichtigste Finanzierungspartner für den großen Investitionsbedarf in zentrale Wasser- und Abwassersysteme ist die EBRD. Anders als für die Stadtzentren gibt es bislang jedoch keine Lösung für die peri-urbanen Gebiete.

Ziel des Definitionsvorhabens ist, ein umfassendes, technisch zuverlässiges und ökologisch wie auch ökonomisch nachhaltiges Konzept zu entwickeln, mit dem die Wasserversorgungsprobleme gemildert und die Entsorgungsprobleme mit Niederschlagswasser und Schmutzwasser (Überflutung und Umweltbelastung) in den bislang vernachlässigten städtischen Außengebieten gelöst werden können. Dazu sollen die Abwässer gespeichert, gereinigt und ortsnah verwertet werden, z. B. als Brauchwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung.

Als Lösung ist ein Pilotsystem zur kombinierten Regenwasserspeicherung und Brauchwasserproduktion mit Energiegewinnung aus Abwasser unter Einsatz von Mehrzweckanlagen in Einfachbauweise, aber mit komplexer Steuerung "4.0" vorgesehen, welche für wasserarme Schwellen- und Entwicklungsländer geeignet ist.

Als Ergebnis soll eine Machbarkeitsstudie mit nutzerorientierter Bedarfsanalyse vorliegen, die von den Industriepartnern wirtschaftlich und von den akademischen Partnern wissenschaftlich verwertet werden kann. Auf dieser Basis soll im Erfolgsfalle ein Hauptantrag mit detailliertem Arbeitsplan etc. bearbeitet werden.

Nachhaltigkeitspotential: Mit dem geplanten Definitions- und weiteren Folgeprojekten soll der örtlichen Bevölkerung Schritt für Schritt die Möglichkeit zur Verbesserung ihres Lebensstandards (Verbesserung der Umweltsituation, Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, Beschaffung neuer Arbeitsstellen) geboten werden. Damit werden Beiträge zu allen drei Komponenten einer "Nachhaltigen Entwicklung" (Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit) geleistet.
Die wichtigsten Zielgruppen, die mit diesem Vorhaben erreicht werden sollen, sind:

  • Staatliche Behörden (u.a. das für Wasserwirtschaft zuständige Ministerium für Landwirtschaft),
  • Urbane Wirtschaft (alle wasserabhängigen Branchen, einschließlich der neuen "Green Industry" und die peri-urbane Landwirtschaft),
  • Städtische Infrastruktur (insbesondere die Wasserversorgungs- und Abwasserbetriebe, landwirtschaftliche Bewässerungsbetriebe und zukünftigen Wasserfachfirmen, Techniklieferanten, Wasserdienstleister etc.),
  • Wissenschaftler (im Bereich Wasser und Nachhaltigkeit tätige Institute und Universitäten),
  • Aus- und Fortzubildende (Schüler, Studenten, Wasserfachleute, Wasserpolitiker, Journalisten usw.).


Kontakt:

Prof. Dr. mult. Karl-Ulrich Rudolph (rudolph@uni-wh-ieem.de)
Dr. rer. nat. Tatyana Karasyova (karasyova@uni-wh-ieem.de)


Downloads:

PUrA-Flyer, Deutsch
PUrA-Flyer, Englisch
PUrA-Flyer, Russisch