IEEM gGmbH - Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke
 
ViWaT-Operation

ViWaT-Operation


Projekt-Website: in Arbeit



Projekttitel: Verbundprojekt ViWaT Mekong: Integrated Solutions for Sustainable Development in the Mekong Delta - Land, Water, Energy and Climate,Unterverbund ViWaT – Operation
Projektleiter: Prof. Dr. mult. Karl-Ulrich Rudolph
Projektpartner: Vietnam National University – Hanoi University of Science, Ho Chi Minh City University of Natural Resources and Environment, Southern Institute of Social Science (VN),
Martin Systems GmbH, Tilia GmbH, LAR Process Analysers AG (assoziiert), KfW DEG (assoziiert)
Förderer: im Rahmen des CLIENT II durch das BMBF BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) - Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Kennzeichen: 02WCL1474M
Projektlaufzeit: Januar 2019 – Dezember 2021


Hintergrund und Zielsetzung des Projektes:

Zufahrt zur IZ Tra Noc
Landwirtschaft und Aquakultur, für viele Einwohner die Haupteinnahmequellen, leiden unter den zunehmenden Umweltbelastungen wie der steigenden Versalzung der Oberflächengewässer (Foto: J. Zimmer)

Mekong-Delta im Süden Vietnams leben in einem Gebiet, das in etwa der Größe von Baden-Württemberg entspricht, rund 18 Millionen Menschen. Die Region ist wegen des Reisanbaus und der Aquakulturen wirtschaftlich sehr wichtig. Der Klimawandel und andere menschengemachte Einflüsse belasten die Region jedoch stark, weshalb das Mekong-Delta mittlerweile langfristig in seiner Existenz bedroht ist. So führte die intensive Nutzung von Grundwasser in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Abfall der Grundwasserspiegel und zu einer anhaltenden Landsenkung von bis zu mehreren Zentimetern pro Jahr. Hinzu kommt der durch den Klimawandel verursachte jährliche Meeresspiegelanstieg von ca. zwei bis drei Millimetern. Außerdem bringt der Mekong weniger Sedimente in die Mündung, weil speziell in China und Laos große Staudämme gebaut worden sind. Hinzu kommt die Abholzung der schützenden Mangrovenwälder, sodass starke Erosionen entstehen und ein rapide fortschreitender Verlust von bis zu 50 Metern Land pro Jahr an den Küstenbereichen. Aber auch die Ufer der Kanäle und Flüsse werden stark von der Erosion in Mitleidenschaft gezogen. Zugleich dringt durch die Grundwasserübernutzung und ein unzureichendes Wassermanagement vermehrt Salzwasser in die Oberflächengewässer und Grundwasserleiter des Deltas ein. Weil zudem das Abwasser größtenteils ohne Reinigung in Flussarme geleitet wird, ist Süßwasser knapp bzw. von schlechter Qualität.

Der Projektverbund ViWaT will diesen diversen Herausforderungen mit einer ganzheitlichen Lösung begegnen. Die ViWaT-Initiative stützt sich deshalb auf die drei Säulen Engineering (koordiniert vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unter der Leitung von Prof. Franz Nestmann und Prof. Stefan Norra), Planning (koordiniert von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter der Leitung von Prof. Harro Stolpe) und Operation (koordiniert vom Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/ Herdecke (IEEM) unter der Leitung von Prof. Karl-Ulrich Rudolph), die als eigenständige Forschungsverbünde agieren und sich mit den unterschiedlichen Schwerpunktthemen Küstenschutz (KIT), Wasser- und Landnutzungsplanung (RUB) und Wasserversorgung/ Wasserwiedergewinnung (IEEM) befassen.

Das Unterverbundprojekt ViWaT-Operation fasst sowohl die Trinkwasserversorgung in abgelegenen Siedlungen als auch Wasserwiedergewinnung in Aquakulturbetrieben in den Fokus. Dabei wird nicht nur der technische Lösungsansatz untersucht, sondern auch wirtschaftliche und finanzielle Aspekte mit einbezogen, um eine nachhaltige Implementierung der Technologie und einen funktionierenden Betrieb zu gewährleisten.

Für die Trinkwasserversorgung bedeutet das, dass eine Technologie entwickelt werden soll, die von den Nutzern selbst ohne Fachkenntnisse betrieben werden kann und möglichst geringe Anschaffungs- und Betriebskosten verursacht. Dazu soll eine Membran auf Ultrafiltrationsniveau zum Einsatz kommen, die in Abhängigkeit der Rohwasserbeschaffenheit um weitere Aufbereitungskomponenten ergänzt werden kann und soll.

Ziel der Wasserwiedergewinnung in Aquakulturbetrieben ist es einerseits den bestehenden hohen Wasserbedarf, der häufig durch Grundwasser gedeckt wird, zu minimieren und andererseits die Qualität der Abwassereinleitungen in die Vorfluter zu verbessern. Dazu sollen technische Konzepte zum Wasser-ReUse und zur Kreislaufführung entwickelt werden.

Sowohl für die Trinkwasserversorgung als auch die Wasserwiedergewinnung in Aquakulturen soll ein Monitoringsystem bzw. -konzept entworfen werden, das die Qualität der verschiedenen Wasserströme untersucht und einen automatisierten Betrieb der Technologien ermöglichen soll.

Darüber hinaus sollen Fallstudien erarbeitet werden, die den Betrieb von Wasserunternehmen (Versorgung und Abwasserbehandlung) näher untersuchen und auf deren Grundlage Empfehlungen und Konzepte zum Water-Demand-Management und Water-Utility-Governance ausgebildet werden.

Die Projektbearbeitung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den oben benannten vietnamesischen und deutschen Partnern und soll über die Bearbeitung hinaus dem beiderseitigen Capacity Building dienen

Wasser Infrastruktur in Mekong
Viele Siedlungen im Mekong Delta sind nicht an die öffentliche Infrastruktur angeschlossen (kein Wasser, keine Straßen, keine Elektrizität), sodass das Wasser teuer und logistisch aufwändig per Boot geliefert werden muss. (Foto: J. Zimmer)
Belastung Boden und Wasser Ressourcen
Ohne Abwassermanagement stellen die vielzähligen Aquakulturbetriebe, die für die Bevölkerung als Haupteinnahmequelle sehr wichtig sind, eine große Belastung für Boden- und Wasserressourcen da. (Foto: J. Zimmer)

Links

Forschung für Nachhaltige Entwicklung – BMBF.

Projektträger Karlsruhe.